Tokio

24.05.2009

Heute hab ich mit mit Yong getroffen. Er ist ein Cousin von Yi (der hat freundlicherweise das Treffen organisiert) und vor 3 Jahren mit seiner Familie von China hergezogen. Nach einer kurzen Klärung, was wir eigentlich tun wollen, begaben wir uns zunächst nach Harajuku, einem Einkaufsviertel für junge Leute. Obwohl Sonntag war, hatte eine Reihe Läden geöffnet und das Gedränge war recht ordentlich. Ansonsten war es aber wenig aufregend. Was mir auffiel war ein T-Shirt mit Hakenkreuz. Das dürfte man in Deutschland wohl eher nicht tragen. Hierzulande hat es eine Bedeutung im Buddhismus (Harmonie, Balance, Details stehen in der Wikipedia).

Dann hatte Yong eine gute Idee: wir gehen auf den Tokyo-Tower. Von dem hatte ich zwar gelesen, aber gesehen hatte ich ihn noch nicht. Der Eintrittspreis war, was man von einer Touristenattraktion erwartet. Was ich frech fand war, dass man für sein Geld nur bis zur Mitte des Turms gefahren wird. Will man auf die Spitze, kann man das dort für nochmal fast den selben Preis buchen. Da das Wetter aber heut relativ schlecht war (den Fujisan konnte man nicht sehen), beschlossen wir, zu verzichten. Ich komm ja wieder.

Nach der Turmbesichtigung brauchte ich was zu essen, ich hatte heut noch nichts (verschlafen und keine Zeit mehr fürs Frühstück). Ich wollte noch immer wissen, wie Ramen schmeckt. Das zählt übrigens zu Yongs Lieblingsgerichten, so dass es diesbezüglich keinen Streit gab. Wir sind nach Shinjuku zurückgefahren, unweit meines Hotels gab es eine Ramen-Bar. Jetzt wurde es also ernst: Nudelsuppe essen mit Stäbchen. Einfach war es nicht, insbesondere das Ei, das mit drin war, lies sich schlecht greifen, aber ich habs geschafft. Da ich satt geworden bin, kann es nicht komplett falsch gewesen sein.

Als nächstes begaben wir uns zu einem Flohmarkt in der Nähe. Von dem hab ich im Reiseführer gelesen. Allerdings bot sich mir nicht das, was ich erwartet hatte. Der Flohmarkt fand auf einem Tempel-Gelände statt. Es gab aber keine Privatpersonen, die ihren Plunder verhökerten, sondern Händler, die an etlichen Ständen verschiedenste, meist warme, Speisen, Spielzeug für kleinere Kinder oder Spielkonsolen verkauften.

Zuletzt wollte ich nochmal nach Shibuya, den Laden mit den Butter-Rosinenbrötchen nochmal aufsuchen. Ich hab die Brötchen nirgends anders finden können. Leider wusste ich nicht mehr, welchen Weg ich letztens eingeschlagen hatte. Ich wusste noch, dass ich an einem Elektronikladen namens Yama-Irgendwas vorbeigekommen war (da hatte ich den Steckdosenadapter gekauft), den restlichen Weg würde ich finden. Aber Yamadingsbums war nicht zu sehen. Ich habe alle Wege rings um den Bahnhof angetestet. Yong ist die ganze Zeit tapfer bei mir geblieben, was ich ihm hoch anrechne. Ich wäre sichtbar genervt von mir gewesen. Nachdem ich die Suche dann erfolglos abgebrochen hatte, fuhren wir zurück nach Shinjuku, wo ich dann ins Hotel ging und er weiterfuhr nach Hause. Unterwegs entstand noch ein Foto mit Seltenheitswert: eine leere U-Bahn.

Morgen heißt es leider schon "Abschied nehmen". Um 11 geht der Flug, aber die Anreise zum Flughafen ist lang. Eine Fahrt mit dem Zug ist nicht zu schaffen, also hab ich rund 23 Euro in den Bus zum Flughafen investiert. Um 6 fährt er los, zum Glück start er in der Nähe des Hotels.

Weil mir die Rosinenbrötchen-Sache keine Ruhe gelassen hat, ging ich nochmal meine Kassenzettel durch. Der Elektronikladen heißt Yamadadenki (Yamada-Elektrik). Den konnte ich dann durch kurze Recherche in Google Maps finden. Und Streetview sei Dank fand ich auch den kleinen Laden, den ich suchte. Eine späte Befriedigung.

Fotos

23.05.2009

Heute bin ich meiner Gewohnheit treu geblieben und spät aufgestanden, so gegen halb 10. Die Pläne waren: 1) Kram besorgen und 2) Zeug besichtigen. Das Besorgen des Krams gestaltete sich gar nicht so einfach. Aber mit leerem Magen sucht es sich eh nicht gut. Zum Frühstück gabs Curry, schön pikant aber nicht schmerzhaft. Frisch gestärkt lief ich drauf los, auf der Suche nach einer Post und Yodobashi, einem Elektronikladen. Leider waren alle Poststationen (ganze 3), an denen ich vorbeikam geschlossen, oder es standen nur Automaten da. An denen hätte ich aber niemals rausbekommen, was ich für Postkarten nach Deutschland bezahlen muss. Und Postkarten selbst gab es da auch nicht. Diese fanden sich aber in einem Schreibwarenladen. Auf die Frage, ob es auch Briefmarken gäbe, wurde ich an einen kombini (Convenience Store) ein paar Häuser weiter verwiesen. Da hatte man in der Tat Briefmarken vorrätig, aber konnte nicht sagen, ob die für internationale Postkarten reichen. Wenn japanische Angestellte bei einem Problem nicht helfen können, werden sie unruhig. Ich habe deshalb beschwichtigend erklärt, dass es nicht so schlimm ist, es würde ja nicht drängen.

Da ich dabei war, das Zentrum Shinjukus zu verlassen, kehrte ich um und suchte die andere Seite des Viertels ab. Das ist weniger hoffnungslos als es klingen mag, es stehen ja Karten zur Orientierung da. Um mir was gutes zu tun, hab ich ein Eis gekauft. Es gibt in Japan ja die unmöglichsten Sorten, ich tastete mich langsam ran mit "Grüner Tee-Eis". Und es war gut!

Dann endlich erblickte ich auf einer Karte sowohl das Hauptpostamt als auch Yodobashi. Rückblickend lässt sich sagen, ich hätte mal Wikipedia oder meinen Reiseführer konsultieren sollen. Nach dem Kauf der Briefmarken ging es mir gut, schließlich hatte ich, vom Hotel mal abgesehen, den ganzen Tag nur japanisch kommuniziert. Beim Kauf eines elektronischen Wörterbuchs wurde ich wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Für technische Fragen (in welchem Menü steckt die Übersetzung Japanisch-Englisch) oder juristische Details (inwieweit hilft mir die Garantie, wenn das Gerät in Deutschland kaputt geht) fehlt mir einfach noch zu viel. Ich entschied mich dann für ein Gerät, das einen guten Eindruck machte und preislich im Mittelfeld der verfügbaren Geräte lag. Genau testen, ob das Gerät meine Ansprüche erfüllt, konnte ich nicht. Meine Ansprüche waren/sind mir noch nicht wirklich klar. Aber ein Gerät, mit dem ich Kanjis malen kann und dazu die Übersetzung angezeigt bekomme, kann nicht völlig verkehrt sein. Was mich traurig stimmte war das Wissen, dass die Geräte bei Amazon-Japan rund ein Drittel günstiger sind. Nützt mir nur leider nichts.

Da ich ziemlich in der Nähe des Hotels war, kehrte ich erstmal zurück. Ich wollte das Gerät in Ruhe ausprobieren. Außerdem musste die Empfindlichkeit des GPS-Loggers weiter herabgesenkt werden, er hat wieder keine Position berechnen können. So verbrachte ich den frühen Nachmittag im Hotel, nachdem ich Plan 1 erfolgreich ausgeführt hatte.

Anschließend brach ich auf nach Zentral-Tokio. Zuerst musste eine Fahrkarte gekauft werden. Ich wollte mal sehen, wie teuer der Tag wird, wenn ich kein Tagesticket habe. Der Preis der Einzelfahrt war vergleichsweise moderat. In Zentral-Tokio begab ich mich, nach einem Abstecher in einen Buchladen, in dem ich mich mit Kindermangas ausrüstete, in Richtung Kaiserpalast. Den Palast selbst habe ich nicht gesehen, dafür war ich im angrenzenden Ostgarten, in dem es noch Kontrollpunkte, alte Wachhäuser und ähnliche Relikte der Vergangenheit zu bestaunen gibt. Nach einem sehr ausgedehnten Spaziergang durch den Park, während dem endlich meine Position via GPS bestimmt werden konnte, zog es mich nach Asakusa. Dort steht das berühmte Tor mit der großen roten Laterne (inklusive der zugehörigen Tempelanlage). Nachdem ich das Ticket gekauft hatte, kam ich an weiteren Automaten vorbei, wo die Fahrt billiger ausgepreist war. Das verwirrte mich, aber die Situation klärte sich schnell: es gibt 2 U-Bahnlinien in Tokio. Eine mit wenig Strecken und hohen Preisen, und die andere. Ich hab leider die Karte für die andere gekauft. Aber wenigstens gab es eine Verbindung nach Asakusa.

Zwischen dem Tor und dem Tempel lagen mehrere hunder Meter mit Souvenierständen und Imbisständen. Weil das erste Eis so lange her war, hab ich mir wieder eins gekauft. Diesmal wollte ich aber nicht experimentieren und hab etwas genommen, das sicherlich schmeckt, aber hierzulande unüblich ist. Die Wahl fiel auf Pflaume. Der Eisstand war halb im Innern einer solchen Bude. Als ich das Eis in der Hand hatte, wollte man mich nicht mehr raus lassen, ich sollte drin essen. Warum das? Keine Ahnung. Irgendein Mitarbeiter hat dann mich und die Gäste, die ebenfalls am Verlassen der Bude gehindert wurden, zum Hintereingang rausgelassen. Sehr seltsam, das ganze. Wenigstens hat das Eis geschmeckt.

Weiter ging es vorbei an Souveniers, Schuhen, Klamotten und Plunder. Glücklicherweise war ich ohne Frau unterwegs, so dass der der Weg in endlicher Zeit zu schaffen war. Nach ein paar Fotos im Tempel suchte ich mir was zum Abendessen. Eigentlich wollte ich mal Ramen probieren, habe aber auf die Schnelle keinen Laden gefunden. Also wieder Curry. Schmeckt immer noch. Der Preis war höher als ich das bisher kannte, aber als ich die Portion gesehen hab, war mir klar, warum. Viel mehr hätte ich nicht geschafft. Dazu gab es kyabetsu menchikatsu, eine Art Bulette mit Kraut (zerhäckselt und eingearbeitet ins Fleisch).

Wieder zurück im Hotel wusste ich dann schon, welche Features ich bei meinem neuen Wörterbuch vermisse: die Übersetzung Englisch->Japanisch zeigt oft nur die Kanjischreibweise an, so dass ich nicht weiß, wie das Wort auszusprechen ist. Vielleicht gibt es da noch eine Möglichkeit, aber da muss ich mich erstmal durch die Anleitung quälen. Keine Ahnung ob ich das schaffe. Was die Zugtickets angeht, stellte sich heraus, dass ein Tagesticket nur unwesentlich mehr gekostet hätte, dafür aber bequemer gewesen wäre. Egal.

Fotos

Shinjuku

Zentral-Tokio

Asakusa

22.05.2009

Heute wollte ich mir also einen Überblick über die Stadt verschaffen. Ich bin früh schlafengegangen, dementsprechend früh aufgestanden und habe schnell gemerkt, dass die Läden in Tokio um 8 noch geschlossen haben. Nachdem ich die Gegend in einem weiteren Umkreis um den Bahnhof Shinjuku ausgelotet hatte, dann ein Süppchen und Reis zum Frühstück gekauft hatte, besorgte ich mir ein Tagesticket. Ich beschloss, dass ich sowohl Metro fahren als auch die Züge von JR (der großen japanischen Eisenbahngesellschaft) benutzen will. Das hat den Preis von rund 1000 Yen auf ca. 1500 Yen erhöht.

Das erste Ziel war Shibuya. Da ich nur eine japanische Karte dabeihatte, und nicht wusste wie Shibuya geschrieben wird, hab ich mich einfach in eine Bahn gesetzt und bin grob in die richtige Richtung gefahren. In Roppongi verließ ich die Bahn. Mein Reiseführer sagte, es handelt sich um das Zentrum des Nachtlebens, tagsüber sei aber eher weniger los. Zumindest letzteres ist richtig. Nach einer kleinen Runde und einer Pause in einem sehr kleinen Park ging ich zurück zur Station, wo ein Linienplan ausgehängt war, anhand dessen ich den Weg nach Shibuya fand.

Dort angekommen lief ich einfach drauflos. Shibuya ist das Trendviertel von Tokio, aber das ist mir nicht aufgefallen. Ich wusste auch nicht, wonach ich schauen soll. Was Mode angeht, sind die Damen allen Alters ohnehin sehr individuell gekleidet (von Schuluniformen mal abgesehen). Was die Japaner am ehesten verbindet, unabhängig vom Geschlecht, ist die Atemschutzmaske, die von ca 20-30% der Bevölkerung getragen wird. Als ich ein Elektronikkaufhaus fand, hab ich mir erstmal einen Netzadapter gekauft. Mit Japanisch, ein wenig Englisch und Händen und Füßen bekam ich, was ich brauchte. Dann schaute ich nach elektronischen Wörterbüchern. Im weiteren Verlauf meines Rundgangs kam es noch zu einem Spontaneinkauf von Getränken und Brötchen (sehr lecker: Rosinenbrötchen, und man hat das Gefühl, sie sind mit Butter beschmiert. Aber man sieht sie nicht). Der Weg zum Bahnhof war allerdings nicht ganz einfach, ich hatte etwas die Orientierung verloren. Karten helfen auch nicht wirklich. Und den Weg zurücklaufen wollte ich nicht. Nach einigem falschen Abbiegen sah ich den Bahnhof dann wieder, aber den Weg, den ich ganz am Anfang gelaufen bin, hab ich nicht gefunden. Beim Versuch, die Gegend weiter zu erkunden, kam ich wieder am Elektronikkaufhaus vorbei, und da war die Orientierung wieder. In einem anderen Laden setzte ich meinen Preisvergleich für elektronische Wörterbücher fort. Mittlerweile kann ich fließend auf Japanisch fragen, auf welcher Etage es elektronische Wörterbücher gibt.

Nächster Stop: Ueno. In Ueno befindet sich der größte Park Tokios. Zur Kirschblüte ist er rappelvoll, heute war er nur gut gefüllt. Man konnte noch bequem treten (auf den Boden, nicht auf die Menschen). Gegenüber war eine andere Elektronikkette, und ich hab den Preisvergleich fortgesetzt.

In der Nähe von Ueno liegt Akihabara. Hab ich vorher nie gehört, aber der Reiseführer sagt, es ist das Zentrum für Mangafans und Elektronikeinkäufer. Das passt ja. Im Ueno-Bahnhof habe ich bei der Touristeninformation nachgefragt, wo Akihabara liegt (konnte es ja auf meiner Karte nicht lesen). Ich bekam einen U-Bahn-Plan auf Englisch. Sehr schön. Das Gespräch verlief komplett auf Japanisch. Noch schöner. Aufgrund erster Ermüdungserscheinungen hab ich den Rundgang in Akihabara kurz gehalten und nur einen Buchladen besucht. Was ich wollte, gabs aber nicht, dafür viele andere verrückte Sachen (z.B. Magazine mit Anleitungen, wie man Bausätze von leicht bekleideten Damen ordentlich zusammensetzt und bemalt). Einen Nachmittagssnack habe ich mir noch gegönnt: Curry mit Reis. Lecker und günstig.

Ich hatte bei weitem noch nicht alles gesehen, aber man muss Tokio ja nicht an einem Tag abklappern. Was ich unbedingt noch tun wollte, war zu Nippori zu fahren und den Bahnhof absuchen. Ich wusste nämlich mittlerweile, dass die Ringbahn doch in beide Richtungen verkehrt. In Nippori war dann verkehrte Welt. Die Bahnsteige für die Ringbahn wurden immer paarweise ausgeschildert (Bahnsteig 10 und 11), den Bahnsteig, von dem ich gestern gefahren bin, konnte ich ums Verrecken nicht finden (ich glaube, es war die 15). Das ist doch Mist. Da beginnt man doch, an sich zu zweifeln. Ich wette, die haben über Nacht den Bahnhof umgeräumt.

Wieder zurück in Shinjuku, war ich geneigt dem Reiseführer zu glauben, dass dies der größte Bahnhof der Welt ist (zumindest was den Besucherdurchsatz angeht). Es war Rush-Hour und ich wollte noch ein Video drehen von Bahnangestellten, die Fahrgäste in den Zug drücken. Leider habe ich keinen Bahnsteig gefunden, wo das nötig gewesen wäre. Für den nächsten Urlaub muss ich recherchieren, wo man ein solches Motiv findet. Im Bahnhof selbst war ich vielleicht 30 bis 40 Minuten. Es ist unglaublich, wie man sich in einem Bahnhof verlaufen kann. Der Reiseführer hat zwar gewarnt, aber ich hatte das abgetan, ich bin ja schließlich schon mal raus- und wieder reingekommen. Aber von den JR-Zügen zur U-Bahn zu kommen war sehr schwer. Und den Ausgang zu finden, von dem aus ich den Weg zum Hotel kannte, war ein Ding der Unmöglichkeit. Dafür hab ich einen anderen gefunden, der mich auf eine Stelle von Shinjuku spuckte, die ich noch gar nicht kannte. Zum Glück stehen Karten auf der Straße, so dass man sich orientieren kann.

Wieder im Hotel stellte ich erfreut fest, dass der Steckdosenadapter funktioniert. Was den ganzen Tag nicht funktioniert hatte, war der GPS-Logger. Ich werde die Genauigkeit und Empfindlichkeit wieder zurückstellen und hoffe, dass er mich morgen nicht im Stich lässt.

Fotos

Shinjuku

Roppongi

Shibuya

Ueno

21.05.2009

Nach der Landung in Tokio gab es wegen der Schweinegrippe eine Seuchenkontrolle im Flugzeug. Maskierte Menschen gingen mit medizinischen Scannern durch die Reihen und kontrollierten außerdem Fragebögen. Das hab ich natürlich sofort fotografiert, und ich war nicht der einzige. Als alle ihre Bilder gemacht hatten, wurden wir gebeten, doch bitte nicht zu knipsen. Schönes Timing :)

An der Gepäckrückgabe erwartete mich mein Koffer. Mit nur einem Rad. Positiv anzumerken ist, dass sich das Problem mit der herauskommenden Schraube endgültig gelöst hat. Negativ ist, dass der Koffer schwer ist und das Tragen ganz schön schlaucht. Mit einer Servicemitarbeiterin wurde ein Schadensbericht aufgenommen, mit dem ich mich dann daheim irgenwohin wenden soll. Aber ob das nun Österreich (Einreise nach Europa) oder Dresden (Endpunkt der Reise) ist, wusste sie auch nicht. Mal schauen, ob ich noch was an Geld rausbekomme. Der nächste Koffer wird definitiv teurer und stabiler.

Nach ein wenig Suchen fand ich eine Information, bei der ich anfrug, wie ich am besten in mein Hotel komme. Das wurde sorgsam notiert, so dass ich mit den Angaben eine Zugfahrkarte organisieren konnte. Es gibt den Limited Express Train und den Bummelzug, der überall hält. Ich hab letzteren bezahlt (ist billiger), aber habe dann gemerkt, dass ich doch mit dem Limited Express gefahren bin. Hat trotzdem lange gedauert. In Tokio sollte ich dann an der Station Nippori in die Yamanote Linie steigen und nach Shinjuku fahren. Den Bahnsteig habe ich gefunden, aber die Ziele, die angezeigt wurden, lagen in der falschen Richtung. Nach mehreren erfolglosen Suchen nach einem anderen Bahnsteig, auf dem die Linie fährt, bin ich dann doch eingestiegen und stellte fest, dass es sich um eine Ringlinie handelt. Achso. Leider musste ich rund drei Viertel dieses Rings abfahren. Und der dauert lang. Gegen Ende meiner Fahrt wurde es noch richtig kuschlig.

Nach dem Aussteigen musste ich noch einmal nach dem Weg fragen und dann war ich endlich im Hotel (ca 20 Uhr). 4 Stunden vorher ist der Flieger gelandet! Im Hotel konnte dann meine Reservierung nicht gefunden werden. Das lag daran, dass schon der 21.5. war. Verdammte Datumsgrenze! Ich hab einen Tag zuviel fürs Hotel bezahlt. Oder umgekehrt: mir fehlt ein Tag Urlaub.

Das Zimmer ist relativ klein, vermutlich typisch japanisch :) Die Steckdosen richten sich leider nicht nach meinem Adapter, so dass ich das japanische Stromnetz für heute noch schone. Aber wenigstens das Internet musste dran glauben. Das funktioniert zu meiner Überraschung nicht kabellos sondern, aufpassen, MIT Kabel. Kabel war da, Buchse auch, leider war der Schutzschieber über der Buchse kaputt, so dass ich das Kabel nicht einstecken konnte. Leider hab ich es nicht geschafft, das telefonisch dem technischen Dienst klarzumachen. Wir einigten uns dann, dass das Kabel ganz ist, das Loch hingegen kaputt, und dass bitte ein Techniker auf mein Zimmer kommt. Der hat es dann gerichtet.

Morgen geh ich einen Stromadapter kaufen und fahre viel U-Bahn. Ich muss ja rausbekommen, wie man am schnellsten und günstigsten von A nach B kommt. 40 Minuten Ringbahn ist einfach Zeitverschwendung.

Fotos

Vancouver

20.05.2009

Nach einem kurzen Frühstück gegen 8 und einer Verabschiedung von Yi schnappte ich mir den Koffer und musste feststellen, dass die Radkappe von einem Kofferrad kaputt war. Schuld war die Schraube, die das Rad hält. Sie stand ziemlich weit heraus. Das muss bei der Anreise passiert sein. An der Rezeption gab es glücklicherweise jemand mit Schraubendreher, der mir mein Rad wieder festschrauben konnte. Danach hab ich noch eine Postkarte gekauft, weil ich noch dringend jemandem schreiben musste.

Diesmal musste ich nicht so lange auf den Bus warten. Diese Zeit habe ich dafür später verloren, als ich ums Verrecken nicht die Haltestelle finden konnte, wo ich umsteigen muss. Ich hab zwar den ersten Bus korrekt verlassen, aber die Haltestelle für den nächsten Bus gab es nur auf der falschen Straßenseite. Ich bin ein ganzes Stück gelaufen, bis ich gemerkt hab, dass alle 3 Spuren in die selbe Richtung führen...Einbahnstraße. Da kann ich natürlich lange suchen. Die gesuchte Haltestelle lag 2 Querstraßen weiter, und nach einigem Hin und Her hatte ich sie dann auch. Die Radschraube begann schon wieder rauszukommen.

Im Flughafen hab ich reichlich Zeit verloren, weil ich nicht genau gelesen hatte und bei den nationalen Flügen anstand. Am Ende saß ich aber in einem großen Flugzeug mit geringer Auslastung und daher genügend Beinfreiheit. Die Ausstattung war auch schön, es gab Steckdosen (zu dumm dass mein Adapter im Koffer war und Monitore in den Vordersitzen, so dass jeder sein eigenes Programm haben konnte. Ich hab mir "Der Jasager" und "Bolt" angesehen. Letzterer ist ein Disney-Animationsfilm, den ich nur von Plakaten kannte. Das hat dazu geführt, dass die Handlung mich echt überrascht hat. Sehr sehenswert.

19.05.2009

Der erste Vortrag heute war der, der gestern den Preis gewonnen hat.
TitelBeschreibung
Trace Visualization for Program Comprehension: A Controlled Experiment An der TU Delft wurde ein Experiment durchgeführt, in dem eine Gruppe mit Eclipse ein Tool (Checkstyle) analysieren musste, eine andere Gruppe konnte dazu Eclipse und das Tracevisualisierungswerkzeug Extravis benutzen. Es wurden verschiedene Aufgaben zum Programmverständnis gestellt. Die Extravis-Gruppe schnitt bei der Lösung dieser Aufgaben besser ab, was sowohl Zeit als auch Qualität angeht. Die Studie wurde sorgfältig vorbereitet, durchgeführt und ausgewertet. Könnte eine Vorlage für eigene Experimente sein.
Using Spoken Text to Aid Debugging: An Empirical Study Blinde Computernutzer brauchen Audiooutput. Screenreader, die den Bildschirminhalt vorlesen, sind absolut nicht geeignet. Beispiel: "graphic 53 while be less then a ... -> Vorgelesen wurde ein kleines Icon (Pfeil im Debugger) und das "a" wurde als Artikel ausgesprochen, nicht als der Buchstabe a. Es wurde ein Experiment durchgeführt, bei dem gemessen wurde, wie gut Audioausgaben beim Debugging unterstützen (zusätzlich zu grafischen/textuellen Hinweisen).

Am späten Vormittag habe ich mir den Vortrag von Kresimir zum Projektmanagement angehört. Überraschenderweise haben mir auch die restlichen Managementvorträge, die drankamen, gut gefallen. Bei der Diskussion, warum Studenten nicht auf die Praxis in der Wirtschaft vorbereitet sind, wenn sie die Uni abgeschlossen haben, wurde aus dem Publikum eine Uni in Deutschland erwähnt, in der Bachelorstudenten ein Softwarepraktikum machen. Der Manager ist aber ein Masterstudent. Über sowas könnten wir ja am LS auch mal nachdenken. Ich habe drum gebeten, mir die entsprechenden Papiere zu schicken.

Der Nachmittag war wieder von Papieren geprägt.

TitelBeschreibung
To CamelCase or Under_score Ein Vortrag über Namenskonventionen. Es wurde in einer Studie mit Programmierern und Nichtprogrammierern verglichen, welchen Einfluss die Namenskonvention von Identifiern auf die Lesbarkeit von Code hat. Es wurde gezeigt, dass CamelCase einige Vorteile gegenüber Underscore hat, insbes. was die Geschindigkeit der Erkennung angeht. Training im Lesen von CamelCase verbessert die Geschwindigkeit. Was allerdings nicht untersucht wurde ist, wie Underscore sich schlüge, wenn es trainiert würde.
Reading the Documentation of Invoked API Functions in Program Comprehension Üblicherweise lesen Entwickler nicht die gesamte Dokumentation zu einer Methode, insbesondere wenn der Name impliziert, dass es sich um eine triviale Sache handelt. Das kann dazu führen, dass wichtige Informationen übersehen werden, z.B. wenn die Aufrufreihenfolge verschiedener Methoden essentiell ist. Es wurde eine Studie mit dem Werkzeug eMoose durchgeführt, welches Methoden hervorhebt, die spezielle Direktiven hat (Do's und Don'ts, die nicht unbedingt offensichtlich, aber sehr wichtig für das Funktionieren sind). (Diese Direktiven werden allerdings nicht automatisch gefunden, sondern von Entwicklern und Nutzern angelegt und gepflegt). Es wurde gezeigt, dass eMoose einen relevanten Einfluss auf das Verständnis und das richtige Anwenden von Methoden hat, die Direktiven enthalten.
The Effectiveness of Source Code Obfuscation: an Experimental Assessment Code Obfuscation wird verwendet, um anderen das Verständnis zu erschweren oder gar unmöglich zu machen und so seine in Code gegossenen Ideen zu schützen. In dem Vortrag wurde eine Studie vorgestellt, die zeigt, wie effektiv Obfuscation tatsächlich ist.

Gegen 19:00 Uhr ist ein großer Teil der Gruppe zum Abendessen in die Burgerbude gegenüber gegangen. Ich hatte mich für 20 Uhr mit Steffen zu einem Gespräch verabredet. Als gegen 19:40 Uhr die sämtliche Bestellungen aufgenommen waren, wurde mir bewusst, dass die Verabredung nicht einzuhalten war. Also lief ich kurzerhand ins Hotel zurück, rief Steffen an, nahm ihn mit zum Essen und wir haben dort geredet. Es war sehr hilfreich (wie immer, wenn man mit ihm spricht), was den weiteren geplanten Verlauf der Doktorarbeit angeht.

Wieder im Hotel ließ ich einen Techniker für den Safe kommen. Diesmal war der Fehler vermutlich auf meiner Seite, ich muss mich beim Schließen vertippt haben, so dass ich nicht mehr rausbekam, mit welcher Kombination der Safe zu öffnen war. Zum Glück kam diesmal ein anderer Techniker, das wäre sonst zu peinlich gewesen.

Nach einer halben Stunde beherzten Klimplerns auf dem Klavier ging es dann ins Bett.

18.05.2009

Nach dem Frühstück gab es eine recht abstrakte Keynote, in der es um Programmverständnis und Wissen/Informationsverarbeitung allgemein ging, zurückgeführt auf philosophische Erkenntnisse. Das scheinen die älteren Professoren und anderen klugen Männer oft zu tun, ihre Arbeit mit denen zu vergleichen, die lange vor ihnen gelebt haben. Offenbar hat man irgendwann eine viel weitere Sicht auf die Dinge und erkennt Zusammenhänge, die einem als Jungspund nicht auffallen.

Der größte Teil des Tages bestand aus Vorträgen auf der ICPC und Workshops.
TitelBeschreibung
Variable Granularity for Improving Precision of Impact Analysis Impact Analysis dient dazu festzustellen, welche Auswirkung eine Änderung in einem Softwaresystem hat, d.h. welche weiteren Änderungen sie nach sich zieht. Es wurde dargelegt, dass es hilfreich ist, Impact Analysis auf verschiedenen Detailstufen durchzuführen, und wie man zwischen diesen Detailstufen wechselt.
Automatically Identifying Changes That Impact Code-to-Design Traceability Es wurde ein Ansatz vorgestellt, der automatisch erkennt, wann Änderungen im Code das Design verändern, so dass Design-Dokumente konsistent gehalten werden können, wenn sich der Code entwickelt. Vereinfachend wurde angenommen, dass Designänderungen nur aus dem Hinzufügen/Entfernen von Klassen, Methoden und Beziehungen bestehen.
Automatic Classification of Large Changes into Maintenance Categories Es wurde festgestellt, dass viele große Codeänderungen manuell eindeutig klassifiziert werden können. In dem Vortrag wurde erklärt, wie der Klassifizierungsprozess mit machine learning Techniken automatisiert werden kann.
Impact Analysis and Visualization Toolkit for Static Crosscutting in AspectJ Es ist ein Problem, dass es keine Werkzeugunterstützung gibt, die herauszufinden hilft, welche Auswirkungen ein Aspekt auf das Programm verhalten hat (beispielsweise kann das einfügen einer Methode in eine Klasse unbeabsichtigt eine Methode in einer Oberklasse überschreiben). Es wurde gezeigt, wie sich derartige Auswirkungen berechnen und dem Nutzer präsentieren lassen.

Abends fuhren wir zum Social Dinner auf den Grouse Mountain. Mit dem Bus ging es zu einer Schwebebahn, die uns dann den Berg hochschaffte. Die Aussicht wäre toll gewesen, hätten wir gutes Wetter gehabt. Aber leider hatten wir nur Regen und Nebel, so dass sich Fotos nicht lohnten.

Nach einem Essen wurden das beste Papier und das beste Poster ausgezeichnet. Gewonnen habe ich nicht (das hab ich auch nicht erwartet), aber offenbar gab es nicht viele Abstimmungen. Ich hätte vielleicht doch für mich stimmen sollen :)

Nach dem Essen wurde noch ein Gruppenfoto gemacht. Die Gruppe war sehr groß, der verfügbare Platz nicht, so dass die Aktion eine Weile dauerte. Anschließend wurden wir zurück zur Gondel geleitet, was durch eine interessante Kombination von Wetter und Scheinwerfern aussah wie eine Entführung durch Außerirdische.

Zurück im Hotel hab ich mich an eines der 4 Klaviere begeben, die da rumstehen und vor mich hingeklimpert. Es stand etwas abseits und es war keiner in der Nähe, der sich hätte belästigt fühlen können. Dachte ich. Es war recht dunkel, aber man konnte noch etwas erkennen. Während des Spielens ging das Licht an. Ich war entzückt und spielte weiter ohne aufzusehen, als ich auf einmal aus dem Augenwinkel einen Wachmann sah. Erschrocken hielt ich inne und frug, ob ich weiterspielen könne, was er glücklicherweise bejahte. Er hätte nur mal hören wollen, wer da so schön spiele. Der Charmeur. Ich hab dann noch ein Stündchen weitergemacht, auf einem viel zu niedrigen Stuhl. Zwischendrin kam noch jemand anders und hat mir zugehört (ein hier lebender deutscher Professor, der unbedingt nach Deutschland zurückwill und es demnächst auch endlich tun kann), dem schloss sich ein nettes Gespräch an. Gegen Mitternacht war dann Nachtruhe für mich.

Fotos

17.05.2009

Aufgestanden um 7, gut geschlafen in meinem King-Size-Bett, habe ich beschlossen, das Jetlag als Urbane Legende abzutun. Bei einer kurzen Recherche in Wikipedia erfuhr ich dann, dass das Jetlage beim Flug nach Westen üblicherweise weniger stark ausgeprägt ist als beim Flug nach Osten. Glück gehabt. Dann habe ich mir überlegt, was ich heute eigentlich erzählen will, wenn ich mein Poster ankündige. Da ich nur eine Minute Zeit dafür habe, ging das recht fix. Gegen 8 Uhr begab ich mich nach unten, wo die Konferenz stattfinden würde, und wollte das Poster aufhängen. Es wurde nämlich vorgeschlagen, das vorm offiziellen Beginn (um 9) zu tun. Leider wusste keiner so genau, wo die Poster stehen sollen. Nach 2-3 maligen Hin-und-Hertragen des Posterstandes war dann auch schon alles erledigt.

Es gab bekannte Gesichter: Jürgen Ebert und Steffen Zschaler sind bei der ICSE, die auch hier stattfindet.

Die Keynote war sehr interessant. Thomas Ball sprach über seine Arbeit bei Bell Labs und Microsoft und wie Informationen aus Coderepositories schon vor fast 30 Jahren benutzt wurden, um das Verständnis zu verbessern.

Um 10 hatte ich dann die Gelegenheit, eine Minute über meine Arbeit zu sprechen und mein Poster zu bewerben. Als ich so lauschte, was der Rest vorstellt, fühlte ich mich plötzlich sehr exotisch: meistens werden Daten aus verschiedensten Repositories extrahiert, mit statistischen Methoden ausgewertet und daraus dann Wissen abgeleitet, das zum Programmverständnis dient/dienen soll. Ich hab nicht alles genau verstanden. Es kamen dann aber doch schön viele Leute vorbei und wollten wissen was ich tu. Es ergaben sich interessante Gespräche und Kontakte. Mir fiel auf, wie fast jedes mal, dass ich keine Visitenkarten eingesteckt hatte. Zum Glück waren da noch 7 vom letzten Mal übrig. Noch überall schnell das inf. aus der Mailadresse rausgestrichen, und ich war gerüstet. Zumindest solange nicht mehr als 7 Leute meine Kontaktdaten wollten. Das ist bis jetzt aber noch nicht passiert. Einer, mit dem ich mich unterhielt, ist ein potentieller Partner für das neue Projekt, an dem ich mitschreibe. Er will mir seine Diss mal schicken. Mal sehen, was der Chef sagt.

Nachmittags gab es zwei Working Sessions. Bei einer ging es um Eyetracker als Instrument zur Evaluierung von Methoden zum Programmverständnis, bei der anderen um die Auswirkung von Test-Driven Development auf die Verständlichkeit und Wartbarkeit von Software. Letztere hatte ich probeweise mal aufgesucht. Ziel war, eine oder mehrere Fallstudien zu entwickeln, die über das kommende Jahre ausgeführt werden und nächstes Jahr mit Ergebnissen präsentiert werden können. Nachdem die Hälfte der Anwesenden entschied, dass sie das nicht interessiert, blieben ca. 15 Personen übrig, die dann fleißig diskutierten. Ich hatte nicht viel zum Thema zu sagen und hab zugehört, aber nach einer Stunde verließ erst mich die Motivation und dann ich die Sitzung. Kurz darauf war eh Pause. Den zweiten Teil hab ich ausfallen lassen.

Auf dem Zimmer musste ich feststellen, dass der Safe meine Bemühungen, ihn zu öffnen, mit einer nichtssagenden Fehlermeldung quittierte. Aber es kam mir ein Techniker zur Hilfe, der die nötige Elektronik hatte, ihn zu öffnen. Ich bekam den Hinweis, die Tür beim Eingeben des Codes anzudrücken. Mal schauen, obs beim nächsten Mal funktioniert.

Abends war ich noch mit Yi und Suman im Stanley Park.

Fotos

16.05.2009

Die Anreise verlief problemlos. Ich bin gegen 11 Uhr aus Dresden abgeflogen, in Frankfurt zwischengelandet und von dort gegen 15 Uhr abgeflogen und war zwischen 16 und 17 Uhr in Vancouver. Nach deutscher Zeit etwa 2 Uhr früh. Durch geschickt eingelegte Ruhephasen im Flugzeug war ich hellwach, als ich ankam.

Der Flug war angenehm, obwohl die Sitzreihen sehr eng waren. Glücklicherweise gab es über viele freie Plätze, so dass ich einen Doppelplatz für mich allein hatte. Am Ende des Fluges bekam ich von einem Mitreisenden ein Buch geschenkt, das ihn auf seiner Fahrradtour nur belastet hätte. Da ich kein Buch mitgenommen hatte, nahm ich dankend an.

Die Busfahrt zum Hotel verlief größtenteils unspektakulär. Blöd war, dass ich mir die Haltestellennummern (ja, die sind durchnummeriert) rausgeschrieben hatte, diese aber nicht angesagt wurden. Bin aber trotzdem immer richtig ausgestiegen. Nachdem ich den 2. Bus verlassen hatte, wartete ich gefühlte 20 Minuten auf den Bus für das letzte Stück der Strecke zum Hotel, aber keiner kam. Es gibt auch keine Haltestellenfahrpläne. Nachdem alle anderen Linien schon 2x vorbeigefahren waren, beschloss ich zu laufen. Dabei wurde ich, war ja klar, insgesamt 2x von einem Bus der Linie 19, den ich gebraucht hätte, überholt. Natürlich immer genau zwischen 2 Haltestellen.

Endlich im Hotel angekommen verhalf mir eine Dusche zur Motivation, nochmal rauszugehen, es war ja noch hell (erst ca. 18:30 Uhr). Ein Blick auf den Yachthafen und die schöne Landschaft im Hintergrund halfen auch. Bei meinem Rundgang sind die ersten Fotos entstanden. Interessant war, wie stark sich in diesem Viertel (West End) die Nord-Süd und die Ost-West-Straßen unterscheiden. Erstere sind grün, schmuck, und es macht Spaß, sie zu bespazieren, letztere haben den Charme von Slums. Aber wenn man den Kopf an einer Kreuzung um 90 Grad dreht, isses wieder schön. :)

Abends (in Deutschland: vormittags) war ich noch im Netz, das laut Hotelbeschreibung zwar 15 Dollar pro Tag kostet, von dem mir aber glaubhaft versichert wurde, dass es für Konferenzteilnehmer kostenlos ist. Na dann. Glastische sind übrigens blöd für optische Mäuse.

Fotos

Mit meinem GPS-Logger werde ich nach Möglichkeit meine Touren aufzeichnen. Die kann man sich natürlich auch ansehen: Aufgezeichnete Wege
Die heftigen Zickzackbewegungen rühren wahrscheinlich von den hohen Häusern, durch die das GPS-Signal reflektiert wird, was zu ungenauen Positionsberechnungen führt.